Trauerfeier

Der Gottesdienst, den wir feiern, wenn ein Mensch gestorben ist, verknüpft zwei Anliegen. Zum einen wird von dem/der Verstorbenen Abschied genommen. Das Leben und die Persönlichkeit dieses Menschen werden gewürdigt. Schließlich bitten wir um den Segen Gottes, und der Mensch wird Gottes Obhut anvertraut.

Zum anderen sollen in einer Trauerfeier aber auch die Angehörigen getröstet werden, die um den Verstorbenen/die Verstorbene trauern. Sie sollen Kraft bekommen, damit sie nach dem Abschied wieder den Schritt ins Leben tun können.

Diese beiden Anliegen werden im Ablauf der Trauerfeier berücksichtigt:

1. Im Eingangsteil wird der oder die Verstorbene namentlich genannt. Auch Geburtsdatum und -ort, sowie Sterbedatum und -ort werden verlesen. Den Körper müssen wir zwar dem Tod und dem Verfall überlassen, aber die Person, ihre Identität, wissen wir bei Gott bewahrt.

Neben Gebet und Psalm ist hier das friedliche Abschiednehmen angemahnt. Man dankt Gott für alles Gute, das man mit der verstorbenen Person erlebt hat, und bittet um Vergebung für alles Unterlassene oder alle Schuld. Ebenso vergibt man dem oder der Verstorbenen etwaige Schuld.

2. Die Predigt versucht, das Leben der verstorbenen Person mit dem Evangelium und besonders der christlichen Auferstehungshoffnung zu verknüpfen. Meist wird auf einen Bibelvers Bezug genommen. Dies kann z. B. auch der Konfirmations- oder Taufspruch sein oder eine andere Bibelstelle, die der oder dem Verstorbenen viel bedeutet hat.

3. Nach der Predigt wendet sich der Pfarrer oder die Pfarrerin zum Sarg. Mit der Bestattungsformel (und bei Erdbestattungen mit dem dreimaligem Erdwurf) werden die Verstorbenen namentlich in Gottes Hand gegeben. Somit ist der Bogen geschlagen von der Schöpfung über die Taufe bis hin zum ewigen Leben bei Gott.

4. Im Schlussteil wird nochmals durch einige Lesungen aus dem Neuen Testament an die Auferstehungshoffnung erinnert. In den Fürbitten wird besonders für die Angehörigen gebetet. Das Vaterunser und der Segen schließen die Trauerfeier ab.

Die Situation in München ist so, dass Trauerfeiern in der Regel sehr knapp gehalten werden. Bei Erdbestattungen muss man schon nach fünf Minuten die Trauerhalle verlassen (hat dann allerdings am Grab viel Zeit), und auch Trauerfeiern vor einer Feuerbestattung dürfen in der Regel nur 20 Minuten dauern. Die Möglichkeit zu singen ist in den seltensten Fällen gegeben.

Mehr Spielraum für die Gestaltung der Trauerfeier hat man, wenn man über das Beerdigungsinstitut die sogenannte „doppelte Zeit“ bucht.

Auch bei uns in der Lutherkirche kann übrigens eine Trauerfeier stattfinden, wenn seelsorgerliche Gründe das nahelegen.