Trauung

Grundlegendes

Gott ist Liebe. Gott sucht Gemeinschaft. Deswegen spiegelt sich in jeder Liebesbeziehung Gottes Liebe zu den Menschen. In der Paradiesgeschichte wird geschildert, wie Adam, der Mann, alles hat, was er zum Leben braucht. Und doch fehlt ihm etwas: ein Gegenüber, das ihm entspricht. „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei,“ sagt Gott und erschafft Eva.

Dazu heißt es im sog. Schöpfungsbericht: "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bild. Zum Bilde Gottes schuf er ihn. Und er schuf sie als Mann und Frau." (1. Mose 1, 27)

Die Liebesbeziehung von Mann und Frau ist auf die Weitergabe von Leben angelegt: „Seid fruchtbar und mehret euch!“ lautet der Schöpfungssegen Gottes. Und sie soll ein Leben lang halten: „Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“

Dennoch gibt es Ehen, die ungewollt kinderlos bleiben, und es gibt Partnerschaften, die scheitern. Das ist bitter. Wir glauben aber an einen Gott, der auch da Fülle, neue Anfänge und Lebensglück schenken möchte, wo unsere Möglichkeiten und Wünsche zerbrechen. Ihre Gemeinde und Ihre Seelsorgerinnen und Seelsorger möchten Sie in guten und schweren Zeiten begleiten.

 

Sie wollen sich trauen lassen

Am besten Sie nehmen erst einmal Kontakt mit dem Pfarramt auf. Unsere Sekretärin, Frau Schuster, leitet Ihre Anfrage an die zuständige Pfarrerin oder den Vikar weiter.

Diese wird mit Ihnen einen ersten Gesprächstermin vereinbaren. Unter sechs Augen haben Sie Gelegenheit, vertraulich über Ihre Beziehung zu sprechen und die Details des Traugottesdienstes abzuklären.
 
Vielleicht suchen Sie sich bereits vor dem Traugespräch einen Trauspruch aus: ein Bibelwort, das über Ihrem gemeinsamen Lebensweg stehen soll und über das während der Trauung gepredigt wird. Wenn Sie nicht selber in der Bibel suchen mögen, gibt es im Internet zahlreiche Sammlungen von geeigneten Trausprüchen: auf dieser homepage unter dem Stichwort Taufe/Taufsprüche oder von der Evangelischen Kirche in Deutschland eine Seite: www.trauspruch.de.
 

Der Traugottesdienst

Er kann – grob gesagt – in drei Teile eingeteilt werden. Im ersten Teil erklingt festliche Musik, die Gemeinde erhebt sich und das Brautpaar zieht gemeinsam mit den Trauzeugen und der Pfarrerin/dem Pfarrer in die Kirche ein. Trotz aller prominenter (meist us-amerikanischer) Vorbilder: Der Brauch, dass die Braut vom Vater hereingeführt wird, ist für eine christliche Trauung unpassend. Denn er symbolisiert die Übergabe der Frau aus dem Besitz des Vaters in den Besitz des Ehemannes. Die kirchliche Trauung ist aber keine Segnung eines Besitzwechsels, sondern der Segen Gottes für eine gleichberechtigte Gemeinschaft von Mann und Frau. Falls für den Vater der Braut dennoch eine besondere Rolle im Gottesdienst gewünscht wird, ist es eine schöne Geste, wenn er beispielsweies die Lesung der Schriftworte zur Ehe übernimmt oder sich am Fürbittengebet mit einer Fürbitte beteiligt.

Nach dem Einzug werden Brautpaar und Festgemeinde mit einem biblischen Wort begrüßt. Gebet und Lied/Musik dienen der Sammlung und dem Lobpreis Gottes. Er hat diese Liebe gestiftet. Ohne seinen Segen könnte sie nicht gedeihen.

Mit der Predigt über den Trauspruch beginnt der mittlere Abschnitt. Es folgt die eigentliche Trauung, in der Reihenfolge: Schriftlesung aus dem Altem und Neuem Testament, Trauversprechen der Eheleute, Segen für die beiden. Wünscht sich das Ehepaar ein gemeinsames Abendmahl, schließt dies jetzt an.

Im Schlussteil folgen Fürbitten und Vaterunser und mit dem Segen entlässt der/die Geistliche das Brautpaar und die Traugemeinde in den folgenden Festtag.

Wir freuen uns, wenn Sie selbst Ideen zur Gestaltung einbringen, oder wenn Familienmitglieder, Trauzeugen oder Freundinnen und Freunde aktiv mitwirken (Lesungen, musikalische Beiträge, Mitwirkung bei der Segnung des Paares oder bei den Fürbitten).

Bei der Trauung selbst bitten wir darum, zurückhaltend mit Video- und Fotoaufnahmen umzugehen. Blumen können draußen vor der Kirche, wegen unseres Teppichs aber nicht im Kirchenschiff verstreut werden.

Die Traugebühren betragen für Gemeindeglieder der Lutherkirche € 75. Die Gebühr begleichen Sie bitte im Pfarramt oder überweisen Sie vor der Trauung auf unser Konto.

Zur Trauung sollten Sie die standesamtliche Bescheinigung Ihrer Eheschließung mitbringen, denn die kirchliche Trauung setzt nach wie vor die standesamtliche Trauung voraus.

 

Besondere Fragen

Was, wenn einer der Partner einer anderen Konfession angehört?

Das ist kein Hindernis. Die großen Kirchen haben untereinander Abkommen getroffen, um Ihnen nichts in den Weg zu legen. Ist einer der Partner römisch-katholisch, gibt es auch die Möglichkeit eines ökumenischen Traugottesdienstes, an dem ein römisch-katholischer Geistlicher um Mitwirkung gebeten wird. Es empfiehlt sich in jedem Fall mit ihm zu sprechen, auch wenn auf seine Mitarbeit verzichtet wird. Der römisch-katholische Pfarrer muss auch im Falle einer rein evangelischen Trauung mit dem katholischen Teil des Brautpaares den Antrag auf „Befreiung von der Formpflicht“ („Dispens“) ans Ordinariat stellen. Dadurch bleibt dem katholischen Partner oder der katholischen Partnerin die Zulassung zu den Sakramenten in der römisch-katholischen Kirche erhalten.

 

Was, wenn eine/r von beiden geschieden ist?

„Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen“ (Markus-Evangelium, Kapitel 10, Vers 9). Damit ist die lebenslange Verbindlichkeit einer Ehe festgehalten. Zugleich wissen wir um die Brüchigkeit der menschlichen Existenz und glauben daran, dass Gott Umkehr und Neuanfänge ermöglichen will. Es ist daher ins seelsorgerliche Ermessen des Pfarrers oder der Pfarrerin gestellt, ob er oder sie die Trauung Geschiedener befürwortet.  Sollte einer der Partner schon einmal verheiratet gewesen sein, wird es im Gespräch daher auch um die Gründe gehen, weshalb die erste Beziehung gescheitert ist.

 

Was, wenn einer der Partner nicht in der Kirche ist?

Ist einer der Partner getauft, gehört aber keiner christlichen Kirche an, kann das Brautpaar im Ausnahmefall kirchlich getraut werden. Sicherlich wird es in diesem Fall im Gespräch auch um seine/ihre religiöse Einstellung gehen. Vor allem muss geklärt werden, inwiefern er oder sie offen und bereit ist, sich auf eine religiöse Feier einzulassen und den Segen Gottes zu empfangen.

Eine kirchliche Trauung ist nicht möglich, wenn keiner der beiden Partner der evangelischen Kirche angehört.